GUT DAUKŠIAGIRĖ

Gut Daukšiagirė wurde 1887 von den Brüdern Sij, Meinor und David Frenkel erbaut. Später fiel das Gut an den Polen K. K. Sosnowski, danach an Verwandte von Antanas Smetonas Frau, die Cliodakovskis. Schlussendlich wurde es versteigert.
Sowohl Kaza Kudirkiene als auch Jonas Norkaitis, Direktor des Handelsministeriums des Finanzministeriums, interessierten sich für das Anwesen. Der selbstbewusste Norkaitis war davon überzeugt, dass er den Zuschlag erhalten würde. Er meinte, „das Weib wird das Gut schon nicht kaufen“. Er irrte sich – den Zuschlag erhielt Frau Kudirkienė. Der ehrgeizige Staatsdiener ließ dennoch nicht locker. Er hatte sich nämlich bereits in die Tochter der neuen Besitzerin verguckt. So fuhr er eines Tages nach Daukšiagirė und hielt um ihre Hand an. Da sie einwilligte, erhielt die junge Familie als Aussteuer auch das Gut. Schon kurz darauf wurde der einzige Sohn Jonas getauft, und der frisch gebackene Gutsbesitzer krempelte die Ärmel hoch. Unter seiner Aufsicht entstanden bald Stallungen, ein Schuppen, ein Speicher und ein Marstall, außerdem nahm eine Schnapsbrennerei ihren Betrieb auf. Für die landwirtschaftlichen Arbeiten wurden die modernsten Landmaschinen angeschafft.
Sobald der Gutsherr persönlich erschien, nahm er das Gesinde in die Schule, denn das Gut sollte als Mustergut gelten. Häufig lud er hochgestellte Persönlichkeiten zu sich ein. Bei diesen Gelegenheiten geizte J. Norkaitis nicht mit ausgefallenen Speisen und Getränke. Die hocherfreuten Gäste dankten es ihm: das Gut wurde für Musterhaftigkeit stets mit Prämien aus dem Staatssäckel gefördert.
Auch die Instleute mochten ihren neuen Herrn. Die einen schätzten ihn als fähigen Gutsherrn, die anderen dankten ihm seine Großzügigkeit.
Dann wurde Litauen von sowjetischen Truppen besetzt und Norkaitis ging mit seiner Familie nach Deutschland. Als sie wenige Jahre später zurückkehrten, wurde er zum Gutsverwalter auf Daukšiagirė bestellt. Dann fielen die Sowjets abermals ein, und Norkaitis ließ sich für immer in Deutschland nieder. Dort starb er mit 92 Jahren.
Die Sowjets richteten auf dem verlassenen Gutsgelände eine Sowchose ein. Nachdem Litauen seine Unabhängigkeit wiedererlangt hatte, überließ der Sohn der Norkaičiai das Herrenhaus der Selbstverwaltung Prienai. Dieser fehlte es bald an Mitteln für die Renovierung und das Gut wurde schließlich an Petras Ūselis, einen Unternehmer aus Kaunas verkauft.

  • Das Herrenhaus Daukšiagirė wurde 1887 von den Brüdern Sij, Meinor und David Frenkel erbaut. Rings um das Gut legten sie einen Park an, dessen Teiche eine Fläche von insgesamt 80 Ar einnahmen und durch einen Kanal miteinander verbunden waren. 1928 ersteigerte Jonas Norkaitis das Anwesen und ließ Stallungen, ein Gerätehaus, einen Speicher sowie ein Insthaus…
  • Der Burghügel Pašventupys in einer Niederung des linken Nemunasufers datiert vom 1. bis 2. Jahrtausend. Gleich daneben fließt der Fluss Šventupė, dem der Hügel seinen Namen verdankt. Andere nennen den Hügel Vangai, nach dem gleichnamigen Dorf nebenan. Der Burghügel ragt etwa zwölf Meter in die Höhe. Auf dem oberen Plateau erhebt sich zusätzlich eine fast…

Lietuvos Dvarai : Liste von Gutshöfen
Savivaldybė : Prienų raj. sav.

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